Ferrari
| Offizieller Name | Scuderia Ferrari |
|---|---|
| Standort | Maranello, Italien |
| Einstieg in die Formel 1 | 1950 |
| Kontrukteurs-Titel | 16 |
| Fahrer-Titel | 15 |
| 1. Fahrer | Charles Leclerc |
| 2. Fahrer | Lewis Hamilton |
| Teamchef | Frédéric Vasseur |
Die Scuderia Ferrari ist mehr als ein Rennstall. Ferrari ist die Formel 1. Kein anderes Team ist seit Beginn der Weltmeisterschaft ununterbrochen dabei, kein anderes trägt eine vergleichbare historische Last. Erfolg, Erwartungshaltung und öffentliche Wahrnehmung sind bei Ferrari untrennbar miteinander verbunden. Jeder Auftritt, jedes Ergebnis und jede Entscheidung wird nicht nur sportlich, sondern emotional bewertet. Genau das macht Ferrari einzigartig und gleichzeitig angreifbar.
Sportlich lebt Ferrari seit Jahren in einem Spannungsfeld zwischen Anspruch und Realität. Das Potenzial des Teams ist unbestritten, einzelne Phasen zeigen immer wieder, dass Siege möglich sind. Gleichzeitig fehlt es an Konstanz über eine komplette Saison hinweg. Strategische Fehler, operative Unsicherheiten und wechselnde Leistungsniveaus haben verhindert, dass aus einzelnen Highlights eine nachhaltige Titelkampagne wurde. Ferrari ist selten langsam, aber zu oft unvollständig.
Charakteristisch für Ferrari ist der permanente Druck von innen und außen. Entscheidungen stehen sofort unter Beobachtung, Rückschläge werden stärker wahrgenommen als Fortschritte. Der Rennstall wirkt dabei häufig zerrissen zwischen Tradition und Moderne. Einerseits das Bewusstsein, für etwas Größeres zu stehen als nur für Ergebnisse. Andererseits die Notwendigkeit, sich an eine Formel 1 anzupassen, die immer technischer, strukturierter und weniger verzeihend geworden ist. Diese Spannung prägt das tägliche Arbeiten.
Ferrari befindet sich aktuell in einer Phase der Neuordnung. Führung, Abläufe und Verantwortung werden hinterfragt und angepasst, mit dem Ziel, langfristige Stabilität zu schaffen. Der Anspruch bleibt unverändert hoch, doch der Weg dorthin soll kontrollierter und nachhaltiger werden. Ob es gelingt, den Mythos Ferrari mit der nüchternen Effizienz moderner Topteams zu vereinen, ist eine der zentralen Fragen der kommenden Jahre. Ferrari bleibt damit das emotionalste Team der Formel 1 und zugleich eines der schwierigsten Projekte im gesamten Feld.